Wissenswertes - AIDS-Hilfe Bremen e.V. Zentrum für Suchterkrankungen und sexuelle Gesundheit

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Zahlen zu HIV/Aids in Deutschland

  • In Deutschland lebten Ende 2016 rund 88.400 Menschen mit HIV.
  • 64.900 Menschen nahmen HIV-Medikamente.
  • Ungefähr 3.100 Menschen infizierten sich im Jahr 2016 neu. Die Zahl der Neuinfektionen ist seit 2006 weitgehend stabil.
  • Rund 460 Menschen starben 2016 an den Folgen ihrer HIV-Infektion.
  • 1.100 Menschen erhielten 2016 ihre Diagnose erst, nachdem sie bereits schwer erkrankt waren.
  • 12.700 Menschen mit HIV wissen nach Hochrechnungen nichts von ihrer Infektion.
  • 90-90-90-Ziele: In Deutschland sind 86% der HIV-Infektionen diagnostiziert, 86% der Diagnostizierten erhalten HIV-Medikamente, bei 93% davon ist HIV nicht mehr nachweisbar.


Mit Spätdiagnosen sind höhere Sterblichkeit und Behandlungskosten verbunden; zudem kann die Infektion unbeabsichtigt weitergegeben werden. Daher müssen Barrieren für die Testung auf HIV und andere sexuell übertragene Infektionen identifiziert und abgebaut werden. Circa 64.900 HIV-Infizierte werden mit antiviralen Medikamenten behandelt. Daraus lässt sich ableiten, dass fast 12.700 HIV-Infizierte zwar von ihrer Infektion wissen, aber keine Medikamente nehmen. Zugangsbarrieren müssen daher erkannt und beseitigt werden.

Oftmals werden uns schlechte Erfahrungen mit Ärzten oder allgemein mit Gesundheitsämtern geschildert, in denen die Betroffenen nicht lebensstilakzeptierend beraten wurden. Stattdessen wurden sie mit den individuellen Moralvorstellungen der Mitarbeiter konfrontiert. Dies führt dazu, dass Menschen nach einem Risikokontakt den Gang zum Arzt oder Gesundheitsamt scheuen, weil sie dort einmal eine schlechte Erfahrung gemacht haben. Dies stellt leider auch heute noch eine große Barriere dar, mit der Angst im Hinterkopf vor unnötigen Belehrungen und Moralvorstellungen Dritter, einen HIV-Test durchführen zu lassen. AIDS-Hilfen und andere Testeinrichtungen bieten daher mit niedrigschwelligen Testangeboten und aufgeschlossenem Personal eine hilfreiche Alternative an.

Unter den 88.400 Menschen mit HIV in Deutschland sind etwa 11.750 Personen mit einer Herkunft aus dem Ausland, die sich auch im Ausland mit HIV infiziert haben. Die größte Gruppe sind 6.300 in Afrika erworbene Infektionen, hier dominieren Infektionen über heterosexuelle Kontakte, bei den 2.700 in anderen Ländern Europas erworbenen Infektionen dominieren MSM und intravenös Drogen Gebrauchende, die übrigen Infektionen wurden in Asien, Amerika und Australien erworben.

Die Empfehlung, Kondome zu verwenden, bleibt Grundpfeiler der HIV-Prävention und hat nichts an Aktualität verloren. Jedoch ist ein neues wirksames Mittel der Prävention hinzugekommen, die PrEP (PrEP ist die Abkürzung für „Prä-Expositions-Prophylaxe“, auf Deutsch: Vorsorge vor einem Risiko-Kontakt. Bei einer PrEP nehmen HIV-negative Menschen HIV-Medikamente ein, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen.) Mehr Infos zur PrEP hier.

Die Schätzung der Zahl der HIV-Neuinfektionen erfolgt in jedem Jahr neu. Durch zusätzliche Daten und Informationen sowie Anpassung der Methodik können sich die Ergebnisse der Berechnungen von Jahr zu Jahr verändern und liefern jedes Jahr eine aktualisierte Einschätzung des gesamten bisherigen Verlaufs der Epidemie.

Die jeweils angegebenen Zahlenwerte können daher nicht direkt mit früher publizierten Schätzungen verglichen werden. Die geschätzten Neuinfektionen sind nicht zu verwechseln mit den beim RKI gemeldeten Neudiagnosen. Da HIV über viele Jahre keine auffälligen Beschwerden verursacht, kann der Infektionszeitpunkt länger zurückliegen. Die neue Schätzung ist im Epidemiologischen Bulletin 45/2016 veröffentlicht, die Eckdaten liegen auch für die einzelnen Bundesländer vor und sind online abrufbar.

Die aktuelle Situation in Bremen finden Sie zum Download hier.

Chronische Krankheiten- insbesondere die HIV-Infektion sind auch im 21. Jahrhundert schwer in das soziale Netz einzuordnen. Seit 1996 hat sich die Kombinationstherapie der HIV-Infektion allgemein durchgesetzt, wodurch Patienten mit AIDS als chronischer Krankheit wesentlich länger leben. Eine Heilung der HIV-Infektion ist derzeit jedoch noch nicht möglich. Opportunistische Infektionen sind zurückgedrängt, der Anstieg der Tuberkulose bei AIDS hat jedoch an sozialmedizinischer Bedeutung gewonnen. Dies gilt auch für Koinfektionen mit Hepatitis B und C sowie insbesondere für die Syphilis, die stark im Ansteigen ist, und ebenso die durch antiretrovirale Therapie ausgelöste Lipodystrophie. Kostenvergleiche zwischen den Kombinationstherapien bei HIV, dem Diabetes mellitus und der terminalen Niereninsuffizienz, machen die sozialmedizinische Komponente der HIV-Erkrankung deutlich. Frauen stehen häufig vor ganz besonderen Schwierigkeiten. Chronisch Kranke können mit der oft finanziell nicht ausreichenden staatlichen Unterstützung in Armut geraten.

Die aktuellsten Informationen stehen ihnen Ihnen unter folgendem Link zum Download bereit:

Unter folgenden Links erhalten Sie noch mehr interessante Informationen über HIV/AIDS und weitere sexuell übertragbare Krankheiten:
                       
          
                     
          
Das Gesundheitsamt Bremerhaven hat übrigens ein sehr empfehlenswertes Forum. Dort können Sie sich ebenfalls medizinischen Rat holen, oder die dort angebotenen Themen durchstöbern:
          
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